TopfFit!

Boucke, Laurie

TopfFit!

Der natürliche Weg mit oder ohne Windeln

[Amerik. Originaltitel: Infant Potty Basics]

Babys ohne Windeln? Das geht, sagt Laurie Boucke und verweist auf die vielen Völker der Erde, bei denen dies selbstverständlich ist. Mit der "TopfFit-Methode" hat sie eine Möglichkeit entwickelt, dies auch in unserer Welt zu verwirklichen. Allerdings liegt das Ziel dabei nicht darin, sein Kind möglichst schnell sauber zu bekommen, sondern viel mehr in der erhöhten Bndung zwischen Eltern und Kind, in einer besseren Lebensqualität für das Baby sowie in gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen. Von Geburt an sind sich Babys ihrer Ausscheidungen bewusst und versuchen, mit uns darüber zu kommunizieren. Laurie Boucke zeigt, wie man die Zeichen und Signale des Babys erkennen und entsprechend darauf antworten kann.

 

 

 

Inhalt:

  • Vorwort/Einführung
  • Ein paar grundlegende Fragen
    Wer kann diese Methode benutzen? * Was braucht man dafür? * Wie lange dauert es? * Ist es sicher? * Woher weiß ich, wann mein Baby muss? * Funktioniert das wirklich? * Muss mein Baby nackt sein? * Kann ich noch anfangen, wenn mein Baby älter als 6 Monate ist? * Ist TopfFit auch „in Teilzeit“ / mit Tagesbetreuung möglich? * Funktioniert es auch mit zwei Kindern oder mit Zwillingen? * Werden die Leute mich für verrückt halten? * Was sind die hauptsächlichen Gewinne? *
    Ist es nicht eigentlich die Mutter, die „trainiert“ wird? * Können Väter dabei helfen? * Wie ist die Erfahrung der Autorin mit Sauberkeitstraining? * Gibt es bestimmte Begriffe, die mir weiterhelfen?
  • Philosophie und Einstellung
  • Die Im-Arm-Phase
    Schritt 1: Wahl des eigenen Signals * Schritt 2: Timing und Ausscheidungsmuster * Schritt 3: Auswahl eines Ortes bzw. Gefäßes * Schritt 4: Positionen * Schritt 5: Signale und Zeichen * Schritt 6: Verständnis und Hingabe *
    Erwartungen * Spritzer und Platscher * Unfälle * Veränderungen im Timing * Draußen ohne Windeln * Kleidung für den Erfolg
  • Die Töpfchenphase
    Unsichere Sitzer * Sitzt Baby bequem? * Stabile Sitzer * Die Wahl eines Töpfchens * Töpfchenpausen und Töpfchenstreiks * Definition von „sauber“ * Wann kann mein Baby windellos sein?
  • Nachts
  • Spätstarter
    Wie man spät anfängt * Mögliche Hürden * Du hast die Wahl!
  • Medizinische Meinungen und Anatomie
    Perspektiven aus Ostafrika: Drei Studien * Positive medizinische Meinungen aus westlichen Ländern * Anatomie
  • Umwelt und Windeln
    Wasser * Bäume * Mülldeponien * Biologisch abbaubar? * Windelservice * Na und? * Minimale Benutzung von Windeln * Stoff- oder Papierwindeln?* Windelausschlag * Der Windelberg-Blues
  • Die Mythen
    „Es geht um „Töpfchen-trainierte“ Eltern“ * „Es ist nur eine Frage des Trefferglücks“ * „Es ist zu unannehmlich“ * „Es geht nur um die Annehmlichkeit für die Eltern“ * „Das Baby ist nicht bereit dafür“ * „Es ist gefährlich“ * „Es ist unmöglich“ * „Es dauert genauso lange“ * „Windeln gehören zum Babysein“ * „Es ist unhygienisch“ * „Es ist Ausscheidungs-Besessenheit“ * „Freud sagt“
  • Erfahrungsberichte
    Eine Ärztin äußert sich * Elimination Communication – ein intuitiver Ansatz * Mit 10 Monaten topffit * Eine Mutter und zwei Babysitter
  • Kulturübergreifende Studien
    China * Indien * Vietnam
  • Ausblick
    Länder, in denen TopfFit praktiziert wird * Unterstützung für TopfFit * Ausblick

 

Stimmen zum Buch:

Windeln gehören zu einem Baby bei uns (in den westlichen Industrieländern) einfach dazu. In Afrika, Asien, aber auch in Südamerika, tragen die Mütter ihre Babys allerdings ohne Windeln mit sich herum – und ihre Kleider werden nicht schmutzig. Wie das? Diese Mütter (und auch andere Betreuer und Bezugspersonen der Babys) halten ihre Babys ab, wenn sie „Pipi“ oder „AA“ machen müssen. Die Erwachsenen „wissen“ entweder einfach, dass die Babys müssen, oder sie spüren es an speziellen Bewegungen, Signalen, die das Baby macht (es wird plötzlich unruhig, strampelt auf eine spezielle Art, fängt an zu jammern...) Laurie Boucke hat diese „Ausscheidungskommunikation“ selbst angewandt und der westlichen Lebensweise angepasst. In „TopfFit! – Der natürliche Weg mit oder ohne Windeln“ beschreibt sie nun, wie das gehen soll... Babys so wenig wie möglich in Windeln zu lassen, (die Babys pieschern und kackern aber nicht überall hin) und mit Hilfe von Kommunikation dem Baby bei seinen Ausscheidungen zu helfen.

Ich habe mir dieses Buch gekauft, um die „TopfFit“-Methode mehr von der „technischen Seite“ her kennen zu lernen – also, welche Signale kann das Baby geben? Was muss man alles beachten? Ich hatte mir bereits „Es geht auch ohne Windeln“ von Ingrid Bauer (erschienen im Kösel-Verlag) gekauft. Ingrid Bauer geht aber mehr auf die intuitive Seite ein („Gedankenübertragung“, „man weiß/spürt einfach, dass das Baby muss“), obwohl auch sie auf Timing und Zeichen eingeht.

Das Buch liest sich sehr leicht und angenehm. Laurie Boucke spricht den Leser bzw. die Leserin direkt mit „du“ an. Das ist auf dem ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig, aber so entsteht gleich eine nette Atmosphäre. Die Texte enthalten kaum wissenschaftliche Fremdwörter, alles ist sehr verständlich für den Laien erklärt (gerade im Bereich „Anatomie“). Allgemein ist das Buch sehr übersichtlich aufgebaut – durch die Kapitel und Einteilung in Fragen/Antworten. So kann man schnell nachschlagen, wenn man später noch etwas noch mal lesen möchte.

Viele Fotos lockern das Buch auf und veranschaulichen auch die verschiedenen Abhaltepositionen. Die Fotos sind schwarz-weiß und von „rund um den Globus“.

Laurie Boucke beschreibt ihre Erfahrungen mit einer für unseren Kulturkreis recht merkwürdig anmutenden Tätigkeit: Dem „Sauberbleiben“ von Geburt an. Wie schon gesagt, bei uns gehören Windeln einfach zu Babys dazu – die Windelhersteller machen Werbung für ihre Produkte, oft bekommt man als frischgebackene oder werdende Eltern Probewindeln ins Haus. In anderen Kulturen (wie z. B. in Afrika, Indien, China...) wird die „TopfFit“-Methode schon immer angewandt – und die Babys und Mütter sind sauber (bzw. deren Kleidung). Die Autorin schreibt nun nicht mit erhobenem Zeigefinger, so nach dem Motto: „Die Methode ist die einzig Wahre – alle, die ihre Babys wickeln, sind Rabeneltern“, sondern betont immer, dass es sich bei der „TopfFit“-Methode um eine Alternative zum Wickeln handelt, die nicht für jeden geeignet ist. Auch bei der „TopfFit“-Methode kann und darf gewickelt werden – nichts geschieht aus Zwang oder einem „Muss“.

Ich hätte mir allerdings noch ausführlichere Hilfestellungen und Erfahrungswerte im Bereich „Nachts“, „Unterwegs/Draußen“ und „Wenn das Kind krank ist“ erwünscht. Diese Themenbereiche werden – für meinen „Geschmack“ etwas kurz abgehandelt. Gerade „Unterwegs/Draußen“ schreckt viele ab – wenn ich unterwegs bin, hat Imogen auch immer eine Windel an (zu Hause liegt bzw. trage ich sie ohne).

Da das Buch von einer Amerikanerin im Original geschrieben wurde, sind viele Studien aus den USA. Das macht auf mich etwas den Eindruck von „Ja ja, die Amerikaner mal wieder... die haben vielleicht Ideen!“ – es kommt etwas „fern“ herüber. Da ich aber viele Mütter bzw. Eltern kenne (aus dieser Newsgroup aus dem Internet), die hier in Deutschland leben und „TopfFit“ praktizieren, kann ich dieses „amerikanisch Angehauchte“ vergessen. Aber als Leser bzw. Leserin sollte man wissen, dass das Buch nicht hauptsächlich auf Deutschland bzw. Europa bezogen ist.

Laurie Boucke gibt ihre Erfahrungen sehr überzeugend wieder, ohne – wie schon gesagt – darauf zu pochen, dass „TopfFit“ das einzig Wahre sei. Sie regt zum Nachdenken an, aber im Endeffekt muss jede Mutter/jeder Vater für sich entscheiden, ob sie „TopfFit“ anwenden möchten. Einen Versuch ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall wert!

Beavi (Webmasterin der Seite topffit.de) auf Ciao
(diese Rezension bezieht sich auf die 1. Auflage des Buches)

ISBN: 978-3-937797-14-4

188 Seiten

3. überarbeitete Auflage 2010